Artikel-Schlagworte: „gedicht“
Wittekind
Ich will den Gott nicht, der den Frieden gibt,
ich will den Gott nicht, der in Mauern wohnt,
ich will den Gott nicht, der unsichtbar thront,
ich will den Gott nicht, der das Recht verschiebt.Ich will den Gott nicht, der die Demut lohnt,
ich will den Gott nicht, der den Sklaven liebt,
denn ich bin Herr, vor meiner Faust zerstiebt
alles, was seine falsche Milde schont!
Ich will den Gott im grünen Eichenkleid,
ich will den Gott, der dumpf im Donner schreit,
ich will den Gott, der lichten Lenz mir bürgt,
und will den Eisgott, der die Sonne würgt,
ich will den Gott, der Blitzes Peitsche schwingt,
der meines heil’gen Waldes Sturmlied singt.
(Robert Hohlbaum)
Götterdämmerung – Cultus Ferox
Man hat uns einst die Götter geraubt,
unser Glaube wurde verlacht,
ohne Scheu und unverhohl´n
tobte die Glaubensschlacht.
Blutgetränkt versankt die Erde
voll Wehmut und Trauer im Meer,
die Sonne verglühte am Horizont,
die Vögel sangen nicht mehr.
Ein zweites Mal erblühte die Welt
und Götter wurden gezeugt,
doch Schwert und Schild hielten nicht stand
sie wurden dem Schicksal gebeugt.
Es blieb ihnen nur der Taten Ruhm
und ein versteinertes Reiterherr,
die alten Sagen vom Heldentum
und die Hoffnung auf Wiederkehr.
(Cultus Ferox)









