Einmal im Jahr
Einmal im Jahr, in der heiligen Nacht,
verlassen die toten Krieger die Wacht.
Sie kommen nach Haus, nach Art und Ordnung zu sehen,
schweigend treten sie ein in den festlichen Raum,
den Tritt der Stiefel, man hört in kaum,
sie stellen sich still zu Vater, Mutter und Kind,
sie spüren, dass sie erwartete Gäste sind.
Es brennt für sie eine rote Kerze am Tannenbaum,
es steht für sie ein Stuhl am gedeckten Tisch,
es glüht für sie im Glase dunkel der Wein.
Und in die Weihnachtslieder, gläubig und frisch,
stimmen sie fröhlichen Herzens mit ein.
Es duftet nach Tannen und Äpfel und Mandelkern,
und es ist alles wie einst und der Tod ist so fern.
Wenn dann die Kerzen am Lichtbaum zu Ende gebrannt,
legt der tote Krieger die erdverkrustete Hand
jedem der Kinder leise aufs junge Haupt:
“Folg deinem Herz, weil ich stets an dich geglaubt.”
Einmal im Jahr, in der heiligen Nacht,
beziehen die toten Krieger wieder die ewige Wacht.
(unbekannt)
gefunden bei Welt-deiner-Sinne
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Bin heut morgen erstmals auf Eurer Seite gewesen, hab das Gedicht gelesen und voll abgeflennt, soooo schön!!!!